Archiv zur KategorieCan-o-Worms Wissenswertes

Was ist Wurmkompostierung … wie geht das … und was ist so toll daran?

Wurmkompostierung ist die Zersetzung von organischen Haushaltsabfällen mit Hilfe von Kompostwürmern zu Dünger und Humus für Deinen Garten.

Was benötigst Du dafür?
1. Einen Behälter zur Kompostierung
Diesen kannst Du selbst aus Holz bauen (verschiedene Anleitungen hierfür finden sich im Web, z.B. bei der Washington State University). Man kann auch einen Plastikbehälter entsprechend modifizieren (Drainage und Luftlöcher einbauen), oder die komfortablere Variante, den speziell für diesen Zweck hergestellten Wurmkomposter, kaufen.

2. Den richtigen Standort
Die Kompostwürmer vertragen weder zu viel Hitze (direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden) noch extreme Kälte. Als Standort kommen ein geschützter Platz auf dem Balkon, der Keller oder ein Schuppen in Frage.

3. Würmer
Der Kompostwurm, oder auch Mistwurm genannt, ist eine Regenwurmart, die sich auf die Zersetzung von totem organischem Material spezialisiert hat. Sein lateinischer Name lautet eisenia foetida und er ist etwas kleiner als der uns häufig vorkommende Gartenregenwurm. Ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal sind seine roten Streifen. Im englischen wird er auch häufig Red Wiggler oder Tiger Worm genannt.

Es gibt viele gute Gründe für Wurmkompostierung:
1. Reduziere Deine Abfallmenge. Durch das Recycling Deiner Küchenabfälle (die ca. 30% des Haushaltsabfalls ausmachen) reduzierst Du die Müllmenge, die auf den Müllkippen landet.

2. Dein persönlicher Beitrag zum Klimaschutz. Weniger Abfälle bedeuten weniger LKWs auf den Straßen. Durch das direkte Recycling zuhause reduziert sich das Methan, das in den Müllkippen produziert wird. Durch die Verwendung von selbst hergestelltem Humus werden die Moore geschont.

3. Es nutzt Deinen Pflanzen. Du kannst den Wurmhumus für Topfpflanzen oder im Garten verwenden – in jedem Fall hast Du damit einen der besten Dünger, die man bekommen kann.

4. Es ist einfach! Ist die Wurmfarm erst mal eingerichtet, funktioniert der Betrieb sehr mühelos.

5. Es macht Spaß! Probier es aus und Du wirst feststellen, wie viel Freude es macht, die Kompostwürmer zu füttern und zu betreuen.

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Springschwänze (Collembola) im Wurmkomposter

Zu den nützlichen Mitbewohnern eines Can-o-Worms gehören auch die Collembola, auch Springschwänze oder Blindspringer genannt. Diese Tiere sind ca. 1 bis 5 mm lang und weiß pigmentiert.

Die Collembola sind wesentlich bei der Entstehung von Humus beteiligt und fördern die Bodenfruchtbarkeit. Meist sind diese Lebewesen bereits im Substrat enthalten, in dem die Kompostwürmer geliefert werden und können dann Ihre Arbeit direkt im Wurmkomposter aufnehmen.


Foto rechts: Copyright Martin Reiner

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Fruchtfliegen im Can-o-Worms

Jeder, der einen Wurmkomposter betreibt, bekommt es früher oder später mit diesen kleinen Besuchern zu tun. Glücklicherweise sind sie für die Kompostwürmer nicht schädlich, können aber sehr lästig werden – insbesondere wenn der Wurmkomposter in Innenräumen betrieben wird.

Mit etwas erhöhtem Aufwand kann man kann durchaus verhindern, dass eine Fruchtfliegenplage ausbricht: Die winzigen Eier der Fruchtfliegen sitzen ja meist schon beim Kauf in der Haut des Obstes oder des Gemüses. Die Eier werden durch Hitze zerstört und wer die Schalen ein paar Minuten in die Mikrowelle oder in heißes Wasser legt zerstört diese Eier.

Bereits im Komposter lebenden Fruchtfliegen macht man die Fortpflanzung schwer, in dem man feuchtes Zeitungspapier über die Obstreste legt.

Sollte die Fruchtfliegenplage mal unangenehme Auswüchse angenommen haben, hilft man sich am besten mit Fliegenfallen. Ebenfalls erfolgreich war ich damit, ein mit Essig und einem Tropfen Spülmittel gefülltes Gefäß in den Komposter zu stellen, um die Fliegen damit anzuziehen und zu ertränken.

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Ameisen im Can-o-Worms

Während Fruchtfliegen und Enchyträen (kleine weiße Würmer) im Wurmkomposter kein Problem für die Kompostwürmer darstellen, können Ameisen doch echten Schaden anrichten. Ameisen fressen nämlich die Wurmkokons und beschränken somit die Population in Deinem Can-o-Worms.
Um zu verhindern, dass die Ameisen in den Wurmkomposter einziehen kann man etwas Vaseline an den Füßen des Komposters anbringen oder die Füße in mit Wasser gefüllte Gläser stellen – beides dient als Barriere für die kleinen Invasoren.

Sollten die Ameisen bereits Einzug gehalten haben, kann man sie wieder vertreiben, indem man Zimtpulver in den Komposter streut. Das vertreibt die Ameisen und stört die Würmer nicht. Sicherheitshalber solltest Du auch nach der Ameisenkönigin forschen und diese auf jeden Fall entfernen!

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Wurmhumus ernten

Am Wochenende war es mal wieder soweit: Wurmhumusernte in der eigenen Wurmfarm! Der oberste Arbeitsbehälter des Komposters hatte sich in der letzten Woche schnell mit Kürbisabfällen gefüllt und so war es an der Zeit, den untersten Arbeitsbehälter zu leeren um diesen wieder oben drauf zu setzen.

Die Komposterde im unteren Sieb kann geerntet werden wenn die Erde darin sehr krümelig ist, keine Küchenabfälle mehr da sind und keine (oder kaum noch) Kompostwürmer darin vorzufinden sind.

Wenn man nun Komposterde aus seinem Can-o-Worms ernten will stapelt man am besten alle Etagen um: Zuerst nimmt man den Deckel ab und legt diesen umgedreht auf den Boden. Darauf stellt man dann die oberste Etage und darauf wiederum die mittlere. So bleibt die Umgebung einigermaßen sauber und den Würmern kann am wenigsten passieren.
Der unterste Arbeitsbehälter steckt meist etwas fester im Auffangbecken: ein bisschen rütteln und ziehen – dann löst es sich.

Nun schüttet man die Erde in einen bereit gestellten Karton oder in einen Papiersack um. Dabei wird man feststellen, dass der eine oder andere Regenwurm den Weg nach oben doch noch nicht gefunden hatte. Diese Nachzügler werden es Ihnen danken, wenn sie von Hand umsortiert werden.

Im Auffangbehälter des Wurmkomposters wird sich etwas Schlamm (Humus und Wurmsaft) angesammelt haben – Spülen Sie den Behälter und das eben geleerte Sieb etwas aus und schon kann es weiter gehen. Die Etagen werden nun wieder zurückgestellt und die oberste (nun leere) Etage kann neu befüllt werden.

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Kompostladen in den Medien

In der letzten Ausgabe von “Der Sonntag” erschien ein Artikel über meinen Kompostladen. Der Text von Katja Russhardt ist hier als pdf nachzulesen:
Recycling mit Regenwurm (pdf)

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Ein Jahr ohne Müll

Der Amerikaner Dave Chameides sammelt in seinem Haus in Los Angeles für ein Jahr seinen Müll, den er nicht vermeiden oder nicht recyceln kann. Damit will er sich selbst und anderen vor Augen führen, welche Müllberge eine vierköpfige Familie innerhalb nur eines Jahres produziert. Gleichzeitig entwickelt er natürlich und zwangsläufig Alternativen zur Reduzierung seines Mülls. Und siehe da: Für das Recycling seiner Küchen- und Essensabfälle hat er sich einen stapelbaren Wurmkomposter in den Keller gestellt.

Weitere Informationen:
Interview mit Dave Chameides in der Financial Times Deutschland
Weblog Sustainable Dave

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Wurmkomposter als Alternative zur Biotonne?

Ist eine Wurmfarm wie z.B. der Can-o-Worms Komposter als Alternative zur Biotonne (oder auch: braune Tonne) zu betrachten? Wo liegen die jeweiligen Vor- und Nachteile? Für wen macht es Sinn, die Biotonne mit einem Wurmkomposter zu ergänzen, oder die Biotonne ganz zu ersetzen?

Jeder Haushalt produziert Grünmüll in unterschiedlichen Mengen und Zusammensetzungen. Eine Sammlung an Pros und Contras kann bei der Beantwortung der Frage helfen.

Die Vorteile der Biotonne:
- Entlastung der Mülldeponien und Verbrennungsanlagen
- Große Mengen (normalerweise ab 60 Liter) können darüber entsorgt werden
- Küchen- und Gartenabfälle werden in der Biotonne gesammelt

Nachteile der Biotonne:
- Geruchsbildung und Maden insbesondere in den Sommermonaten
- Je nach Gemeinde fallen erhebliche Gebühren an
- Für Haushalte ohne Garten ist eine Biotonne oft überdimensioniert
- Ist in manchen innerstädtischen Bereichen (Fußgängerzonen) nicht erlaubt
- Ist in manchen Gemeinden nicht erhältlich

Vorteile einer Wurmkiste
- Entlastung der Mülldeponien und Verbrennungsanlagen
- Keine Geruchsbildung
- Investitionskosten amortisieren sich im Schnitt nach ca. 3 Jahren gegenüber der Biotonne
- Als eigenes Produkt wird Wurmhumus und Flüssigdünger hergestellt
- Umweltpädagogisch interessant für Kinder, da der Recyclingprozess sehr nah erlebt wird und Kinder Würmer lieben!

Nachteile
- Gartenabfälle (Äste, Rasenschnitt) können im Wurmkomposter nicht recycelt werden

Fazit: Ein Wurmkomposter ist eine Alternative zur Biotonne für Leute, die nur Küchenabfälle (nicht Gartenabfälle) kompostieren möchten und die keinen Platz für einen herkömmlichen Komposter haben oder die vor der körperlichen Arbeit, die damit einhergeht, zurückschrecken.

Dabei kann sogar noch Geld gespart werden, die durchschnittlichen jährlichen Gebühren für eine Biotonne von 45 Euro sind bald wieder drin.

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Praxistipp Wurmkomposter: Einsetzen der Würmer

Der Aufbau des Original Can-o-Worms ist denkbar einfach: es müssen lediglich die vier Füße und der Hahn angebracht werden und schon kann es losgehen.

Da die Kompostwürmer lichtscheu sind und Feuchtigkeit benötigen ist im Lieferumfang ein Kokosfaserblock enthalten, der in Wasser aufgeweicht wird und als so genanntes „bedding“ dient.

Meist werden die Würmer bereits in einem Substrat (üblicherweise zersetzter Pferdemist) geliefert: in diesem Fall empfehle ich, nur etwa die Hälfte des Kokosfasersubstrats eines Kokosblocks zu verwenden.
Wichtig ist in jedem Fall: damit das Substrat und die Würmer nicht gleich nach unten fallen sollte die Kartonscheibe der Verpackung auf den Boden der untersten Etage gelegt werden.


Weitere Informationen findest Du in der Flickr Bildergalerie

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Praxistipp Wurmkomposter: Kokosfasermatte

Kompostwürmer mögen eine dunkle, feuchte und nicht allzu kalte Umgebung. Mit einer luftdurchlässigen Abdeckmatte aus Kokosfaser, Jute oder Hanf schafft man solche Bedingungen auch an der Oberfläche des Can-o-Worms Wurmkomposters. Die Matte wird einfach locker auf den Inhalt der obersten Etage gelegt. Man ermuntert die eisenia foetida Kompostwürmer dadurch, die frischen Küchenabfälle an der Oberfläche zu verwerten. Gleichzeitig bietet die Abdeckmatte eine gewisse Barriere gegen Fruchtfliegen, die sich immer mal wieder in einer Wurmkiste einfinden können.

Die Kokosfasermatte, die beim Kauf eines Can-o-Worms Komposters mitgeliefert wird (moisture mat), ist allerdings auch ein Leckerbissen für die Kompostwürmer und wird gerne mitverspeist. Stattdessen kann man einen alten Wollpullover oder ein T-shirt verwenden. Mit Winterschutzmatten für Kübelpflanzen, die auf der Rolle verkauft werden, findet man einen preisgünstigen Ersatz.


Abdeckmatte wurde von den Kompostwürmern aufgefressen und sollte erneuert werden.


Zuschnitt der Rolle auf ca. 50 x 50 cm.


Neue Matte wird auf die oberste Etage der Wurmfarm gelegt.


Die neue Abdeckmatte wird leicht angedrückt und der Deckel des Wurmkomposters wieder aufgelegt.

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