Blog Action Day 2009: Climate Change

Der Blog Action Day findet jedes Jahr am 15. Oktober statt. An diesem Tag im Jahr bloggt die Blogwelt zu einem bestimmten Thema – in diesem Jahr: Klimawandel.

Blog Action Day

Nach der Registrierung auf der Blog Action Day Website werde ich dann gleich mal aufgefordert, eine Online Petition an Barack Obama zu unterzeichnen. Klar mach ich da mit – ist ja nur ein Klick auf den “Add my name” Button.
War’s das? Genügt das schon, um mein Bloggergewissen zu beruhigen und kann ich nun von mir behaupten, etwas gegen den Klimawandel unternommen zu haben?

Die ernüchternde Wahrheit ist: Wir sollten von unseren Politikern nicht zu viel erwarten, auch nicht, wenn diese Friedensnobelpreisträger sind. Und auch nicht in Zeiten, in denen der Ausstieg aus der Atomkraft einfach so wieder rückgängig gemacht wird.

Das heisst leider auch, dass wir immer bei uns selbst anfangen müssen und zwar ganz klein und jeden Tag. Die Liste der kleinen, persönlichen klimaverbessernden Taten ist lang und wir wissen, was in etwa drauf steht: das Auto stehen lassen, lokale Produkte kaufen, Müll vermeiden, Fleischkonsum einschränken, weniger kaufen oder Second Hand, Bio und Fairtrade kaufen, schonend mit unseren Resourcen umgehen, zu Ökostrom wechseln, … .Also worauf warten: Macht den Blog Action Day zum Action Day.

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Müll als Ressource

Zahlreiche Kommunen bieten mittlerweile Biotonnen zur Sammlung von Grünmüll und Bioabfällen aus den Privathaushalten an. Darüber hinaus besteht meist die Möglichkeit der Selbstanlieferung von Gartenabfällen auf den Wertstoffhöfen, wo sich riesige Berge von Pflanzenresten türmen.

Komposterde

Komposterde, Foto: Manun

Der gesammelte Biomüll wird zusammen mit zerkleinerten Holzabfällen erhitzt und mehrfach gesiebt und somit zu wertvoller Komposterde für die Landwirtschaft oder den Gartenbau verarbeitet. Der Bio- und Grünmüll wird somit zu einem wertvollen Handelsgut und ist schlichtweg zu schade für die Restmülltonne.

Laut Wikipedia enthält der Restmüll nach wie vor 48% biogene Abfälle, welche von den Bürgern nicht der Biotonne oder der Eigenkompostierung zugeführt wurden! Dies ist ein großes Potential hinsichtlich der Entlastung von Verbrennungsanlagen, bzw. der Kompostieranlagen.

Fassen wir uns also an die eigene Nase und beginnen da, wo es am einfachsten ist: bei uns selbst!
- Vermeidet Müll bereits beim Einkauf und verzichtet auf Produkte, die unnötig und aufwändig verpackt sind.
- Bevor etwas in den Müll wandert sucht nach Möglichkeiten der Wiederwerwendung.
- Recycelt alle wieder verwertbaren Materialien – da gibt es heutzutage eigentlich keine Ausreden mehr.

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Was ist Wurmkompostierung … wie geht das … und was ist so toll daran?

Wurmkompostierung ist die Zersetzung von organischen Haushaltsabfällen mit Hilfe von Kompostwürmern zu Dünger und Humus für Deinen Garten.

Was benötigst Du dafür?
1. Einen Behälter zur Kompostierung
Diesen kannst Du selbst aus Holz bauen (verschiedene Anleitungen hierfür finden sich im Web, z.B. bei der Washington State University). Man kann auch einen Plastikbehälter entsprechend modifizieren (Drainage und Luftlöcher einbauen), oder die komfortablere Variante, den speziell für diesen Zweck hergestellten Wurmkomposter, kaufen.

2. Den richtigen Standort
Die Kompostwürmer vertragen weder zu viel Hitze (direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden) noch extreme Kälte. Als Standort kommen ein geschützter Platz auf dem Balkon, der Keller oder ein Schuppen in Frage.

3. Würmer
Der Kompostwurm, oder auch Mistwurm genannt, ist eine Regenwurmart, die sich auf die Zersetzung von totem organischem Material spezialisiert hat. Sein lateinischer Name lautet eisenia foetida und er ist etwas kleiner als der uns häufig vorkommende Gartenregenwurm. Ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal sind seine roten Streifen. Im englischen wird er auch häufig Red Wiggler oder Tiger Worm genannt.

Es gibt viele gute Gründe für Wurmkompostierung:
1. Reduziere Deine Abfallmenge. Durch das Recycling Deiner Küchenabfälle (die ca. 30% des Haushaltsabfalls ausmachen) reduzierst Du die Müllmenge, die auf den Müllkippen landet.

2. Dein persönlicher Beitrag zum Klimaschutz. Weniger Abfälle bedeuten weniger LKWs auf den Straßen. Durch das direkte Recycling zuhause reduziert sich das Methan, das in den Müllkippen produziert wird. Durch die Verwendung von selbst hergestelltem Humus werden die Moore geschont.

3. Es nutzt Deinen Pflanzen. Du kannst den Wurmhumus für Topfpflanzen oder im Garten verwenden – in jedem Fall hast Du damit einen der besten Dünger, die man bekommen kann.

4. Es ist einfach! Ist die Wurmfarm erst mal eingerichtet, funktioniert der Betrieb sehr mühelos.

5. Es macht Spaß! Probier es aus und Du wirst feststellen, wie viel Freude es macht, die Kompostwürmer zu füttern und zu betreuen.

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Praxistipp Can-o-Worms: Das Einsetzen einer neuen Etage

Wann ist der richtige Moment, um eine neue Etage in den Can-o-Worms Wurmkomposter einzusetzen? Viele Neulinge der Wurmkompostierung sind etwas unsicher, wenn es darum geht, den richtigen Zeitpunkt für das Aufsetzen der neuen Etage zu finden. Man entwickelt aber schnell ein Gefühl dafür und macht seine Erfahrungen.

Die wichtigsten Voraussetzungen:
- die aktuelle Etage ist mit ausreichend (und nicht zu vielen) Küchenabfällen befüllt so dass die neue Etage auf den Abstandshaltern aufliegen kann (siehe Bild).
- es sind ausreichend Kompostwürmer in der aktuellen Etage vorhanden. Setze keine neue Etage ein, wenn die Würmer in der aktuellen Etage kaum etwas kompostiert haben und erst in geringer Zahl vorhanden sind. Dies wird ansonsten zu Schimmelbefall führen.

Can-o-Worms: Einsetzen einer neuen Etage

Can-o-Worms: Einsetzen einer neuen Etage

Die häufigste Frage: Warum kommen die Kompostwürmer nicht in die obere Etage?
Die Erklärung hierfür ist recht einfach: Während des Kompostierungsprozesses verdichtet sich das Material – der Abstand zwischen Kompost der unteren Etage und der obersten Etage vergrößert sich und kann von den Würmern nicht überwunden werden.

Die Lösung: Fülle auch in der unteren Etage etwas Küchenabfälle und Papier ein, um den Abstand wieder zu verringern oder schaffe eine „Brücke“, in dem Du das Material der unteren Etage in der Mitte anhäuft und so den Aufstieg ermöglichst.

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Tsunami im Wurmkomposter

Der Sommer macht noch mal wieder eine kurze Pause und erfrischt uns mit viel viel Regen. Dabei kann es leicht zu einer Überschwemmung im Can-o-Worms kommen, wenn dieser nicht unterm Dach steht oder eine Regenhaube trägt. War Dein Wurmkomposter einem starken Platzregen ausgesetzt solltest Du auf jeden Fall
- den Ablasshahn öffnen um das überschüssige Wasser abzulassen. Am besten den Hahn ein paar Tage offen lassen, da weitere Flüssigkeit von oben nach unten tropfen wird.
- sicherheitshalber überprüfen, wie viel Staunässe sich in den unteren Etagen entwickelt hat und mit etwas zerrissenem Papier für Trocknung sorgen.
- sicherheitshalber im Auffangbehälter nachsehen, ob viele Kompostwürmer nach unten geschwemmt wurde, und falls nötig die Rettungsaktion einleiten.

Wasser im Wurmkomposter

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Besuch in der Biologischen Station Osterholz-Scharmbeck (BioS)

Die Biologische Station Osterholz-Scharmbeck, kurz BioS, ist ein Naturschutzprojekt, das seit nunmehr 20 Jahren ca. 15 km nördlich von Bremen tätig ist.

Biologische Station Mühle

Die BioS entwickelt und begleitet Programme zum Schutz bzw. Erhalt von speziellen Lebensräumen wie Obst- und Feuchtwiesen, Hecken, Mooren oder Bächen und führt gezielte Maßnahmen zum Artenschutz durch.

Sonnentau Torfmoos

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbildung. Kinder unterschiedlichster Altersklassen lernen dabei praxis- und erlebnisorientiert die Zusammenhänge im Naturkreislauf und erwerben spielerisch Wissen über den schonenden Umgang mit Ressourcen und Lebewesen.
Zu den zahlreichen angebotenen Aktionen gehören unter anderem der Anbau und die Ernte von Kartoffeln, Wanderungen durchs Moor und den Wald, der Besuch bei einem Imker, die Herstellung von Apfelsaft und Eiscreme, das Recycling und Kompostierung, usw.

freundlicher Baumgeist Kartoffelfeld

Und natürlich wird hier auch kompostiert, was das Zeug hält: Ein schön angelegter klassischer Kompost dessen Seitenwände für Kompostwürmer durchlässig ist, ist schon seit Jahren im Einsatz. Relativ neu hingegen ist hier die Kompostierung in einer selbst gebauten Wurmkiste aus Holz sowie im Can-o-Worms.

Kompost Wurmkiste can-o-worms

Bei unserem Ausflug zur BioS durften wir selbst einen kleinen Einblick in die vielen spannenden Arbeitsbereiche und auch auf die schöne Landschaft werfen. Vielen Dank!

Website der Biologischen Station Osterholz

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Springschwänze (Collembola) im Wurmkomposter

Zu den nützlichen Mitbewohnern eines Can-o-Worms gehören auch die Collembola, auch Springschwänze oder Blindspringer genannt. Diese Tiere sind ca. 1 bis 5 mm lang und weiß pigmentiert.

Die Collembola sind wesentlich bei der Entstehung von Humus beteiligt und fördern die Bodenfruchtbarkeit. Meist sind diese Lebewesen bereits im Substrat enthalten, in dem die Kompostwürmer geliefert werden und können dann Ihre Arbeit direkt im Wurmkomposter aufnehmen.


Foto rechts: Copyright Martin Reiner

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Fruchtfliegen im Can-o-Worms

Jeder, der einen Wurmkomposter betreibt, bekommt es früher oder später mit diesen kleinen Besuchern zu tun. Glücklicherweise sind sie für die Kompostwürmer nicht schädlich, können aber sehr lästig werden – insbesondere wenn der Wurmkomposter in Innenräumen betrieben wird.

Mit etwas erhöhtem Aufwand kann man kann durchaus verhindern, dass eine Fruchtfliegenplage ausbricht: Die winzigen Eier der Fruchtfliegen sitzen ja meist schon beim Kauf in der Haut des Obstes oder des Gemüses. Die Eier werden durch Hitze zerstört und wer die Schalen ein paar Minuten in die Mikrowelle oder in heißes Wasser legt zerstört diese Eier.

Bereits im Komposter lebenden Fruchtfliegen macht man die Fortpflanzung schwer, in dem man feuchtes Zeitungspapier über die Obstreste legt.

Sollte die Fruchtfliegenplage mal unangenehme Auswüchse angenommen haben, hilft man sich am besten mit Fliegenfallen. Ebenfalls erfolgreich war ich damit, ein mit Essig und einem Tropfen Spülmittel gefülltes Gefäß in den Komposter zu stellen, um die Fliegen damit anzuziehen und zu ertränken.

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Ameisen im Can-o-Worms

Während Fruchtfliegen und Enchyträen (kleine weiße Würmer) im Wurmkomposter kein Problem für die Kompostwürmer darstellen, können Ameisen doch echten Schaden anrichten. Ameisen fressen nämlich die Wurmkokons und beschränken somit die Population in Deinem Can-o-Worms.
Um zu verhindern, dass die Ameisen in den Wurmkomposter einziehen kann man etwas Vaseline an den Füßen des Komposters anbringen oder die Füße in mit Wasser gefüllte Gläser stellen – beides dient als Barriere für die kleinen Invasoren.

Sollten die Ameisen bereits Einzug gehalten haben, kann man sie wieder vertreiben, indem man Zimtpulver in den Komposter streut. Das vertreibt die Ameisen und stört die Würmer nicht. Sicherheitshalber solltest Du auch nach der Ameisenkönigin forschen und diese auf jeden Fall entfernen!

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Komposthaufen umsetzen

In unserem relativ kleinen Garten versuchen wir, so viele Abfälle wie nur möglich zu kompostieren. Zentrale Kompostierstation ist natürlich unser Can-o-Worms Komposter mit seinen Bewohnern, die alle anfallenden Küchenabfälle gefräßig verwerten.
In einem Drahtbehälter sammeln wir das Herbstlaub und auch der herkömmliche Komposter aus Plastik ist noch im Einsatz. Hier kommt rein, was den Kompostwürmern im Wurmkomposter nicht bekommt oder nicht reinpasst: Zwiebeln, die Enden vom Lauch, Blumen- und Pflanzenreste, Rasenschnitt und etwas Holzasche aus der Pelletsheizung.
Nun war’s mal wieder an der Zeit, den Kompost umzusetzen und dabei etwas Humus für das anstehende Frühjahrsgärtnern zu gewinnen.

Die Überraschung war groß, als wir zwei Blindschleichen entdeckten, die sich in der Tiefe der Erde vergraben hatten. Die haben wir natürlich gleich wieder in den Behälter gelegt, um sie vor den aufmerksamen Katzenblicken zu schützen.

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